Rückblick

Ein Besuch beim Regensburger Antiquariatstag 2020

Am 7. März – genau eine Woche nach unserem 5. Braunschweiger Antiquariatsmarkt – fand im Degginger-Haus in der Altstadt der 3. Regensburger Antiquariatstag statt. 12 Antiquarinnen und Antiquare aus Süddeutschland zeigten und verkauften Bücher, Sammlerstücke und bibliophile Raritäten, aber auch Handgeschriebenes und Originalgraphik aus fünf Jahrhunderten – von den Anfängen des Buchdrucks bis in die avantgardistische Moderne.

Als AusstellerInnen waren beteiligt: Wolfgang Dommershausen (Regensburg), Reinhard Hanausch (Redivivus, Regensburg), Rainer Kurz (Oberaudorf), Hans Lindner (Mainburg), Roland Moser (Simbach am Inn), Daniel Osthoff (Würzburg), Dr. Michael Raab (München), Peter Skrabut (Literaturcafé Antiquariat, Regensburg), Axel Strasser (Irsee), Christian Strobel (Irsee), Uwe Turszynski (München) und Inge Utzt (Stuttgart).

Die vom Kulturamt, der Staatlichen Bibliothek sowie der Universitätsbibliothek der Stadt Regensburg unterstützte Bücherschau wird seit zwei Jahren auf Initiative des dortigen Antiquariats Redivivus und seines Inhabers Reinhard Hanausch veranstaltet, der hier zitiert sei: „Der Regensburger Antiquariatstag will den Wert und die Schönheit alter Bücher gegenüber der oft übermächtigen Präsenz der digitalen Welt mitten in unserer Stadtgesellschaft sichtbar machen und neues Interesse für sie wecken. … Ich freue mich auf Sammler und Vertreter von Bibliotheken und Archiven, die Bücher erwerben wollen, ebenso wie auf alle Neugierigen und Interessierten, die sich beim Besuch des Regensburger Antiquariatstags einfach vom Zauber unserer Ausstellungsstücke inspirieren lassen wollen.“

Und das ist noch einmal wunderbar gelungen, wie ich – Ursula Saile-Haedicke vom Versandantiquariat Tills Bücherwege – es vor Ort im Degginger-Kulturzentrum selbst miterleben durfte. Wahrscheinlich war es für längere Zeit die letzte antiquarische Veranstaltung mit Publikum, bevor die Corona-Pandemie alles zum Erliegen brachte. Bilder wie aus einem anderen Leben, die hier zu betrachten sind – einem Leben, das hoffentlich bald wiederkehren wird. Wir wünschen allen KollegInnen und Bibliophilen, dass sie die schweren Zeiten gesundheitlich und auch wirtschaftlich überstehen und dass Regensburg und Braunschweig auch im kommenden Jahr wieder Anziehungspunkt für Buchbegeisterte sein können. Es hat mich jedenfalls sehr gefreut und war ausgesprochen anregend, bei unserem „Pendant“ im Süden noch recht unbeschwert als Besucher zu Gast zu sein.

Eine kleiner Antiquariats-Streifzug 2018

Ein kleines, aber feines literarisch-antiquarisches Abenteuer wurde am 14. März 2018 im Rahmen des Literaturfestivals BS//LIEST – Braunschweiger Buchwochen geboten: ein ebenso vergnüglicher wie lehrreicher Spaziergang mit Zwischenstopps an einigen markanten Wegpunkten und in vier Antiquariaten (Klittich-Pfankuch, Buch und Kunst, Leseratte Buchladen und Antiquariat im Hopfengarten).

Ausgehend vom Heinrichsbrunnen am Hagenmarkt führten Johannes Heinen und Ursula Saile-Haedicke zu literarischen Schauplätzen in Braunschweig, auf den Spuren der Schriftsteller August Klingemann, Friedrich Gerstäcker, Wilhelm Raabe sowie des Antiquarius Feuerstacke, der vor 200 Jahren wirkte, und seiner verlegerisch, literarisch und journalistisch tätigen Berufsgenossen Wilhelm Scholz und Richard Sattler. Auch die Sage um Heinrich den Löwen spielt eine Rolle.

Vier Antiquariate am Wege öffneten den bibliophilen Wanderern gastlich ihre Türen.
Die Veranstaltung wurde vom Raabe-Haus:Literaturzentrum in Kooperation mit den Braunschweiger Antiquaren organisiert.
Vierzig wanderfeste Buchliebhaber gingen mit und hatten viel Spaß, auch die Pausen in den vier genannten Antiquariaten, die wunderbar die Vielfalt dieses schönen Gewerbes widerspiegeln, haben alle Beteiligten genossen. Und der Bücherkarren hielt durch und steht bereit für weitere Einsätze.