In memoriam Detlef Thursch

Detlef Thursch 3. 11. 1952 Guben – 11. 6. 2021 Lissendorf

Im Juni dieses Jahres erhielten wir eine bestürzende Nachricht: Detlef Thursch ist vollkommen unerwartet im Alter von 69 Jahren gestorben. Der Antiquar und Veranstalter hatte seit mehr als zwanzig Jahren große Antiquariatsmessen (mit internationaler Beteiligung und gemeinschaftlichen Katalogen) in Düsseldorf, Leipzig, Frankfurt und zweimal auch in Abu Dhabi sowie kleinere Antiquariatstage in verschiedenen Städten wie Berlin, Bonn und Hamburg organisiert.

Rare Books & Fine Art 2018, vormals Frankfurter Antiquariatsmesse

Einen ersten Einblick in Detlef Thurschs durch leidenschaftlichem Einsatz geprägten Werdegang einschließlich des damit verbundenem Engagements in der Genossenschaft der Internet-Antiquare (GIAQ) und in der Arbeitsgemeinschaft Antiquariat im Börsenverein gibt Björn Biester hier auf boersenblatt.net und kündigt eine ausführliche Würdigung im September-Heft 2021 der Fachzeitschrift „Aus dem Antiquariat“ an. Detlef Thursch war auch ein geschätztes Mitglied der bibliophilen Pirckheimer-Gesellschaft, auf deren Blog Michael Solder hier an ihn erinnert und viele seiner Aktivitäten angekündigt und kommentiert wurden.

Leipziger Antiquariatsmesse 2018

Besonders am Herzen lag ihm die lebendige und vielfältige Leipziger Antiquariatsmesse (im Rahmen der Buchmesse), deren Organisation er 2002 übernahm und die er nicht zuletzt durch eine das Areal umgebende Literaturmeile mit günstig angebotenen schönen und interessanten Büchern noch attraktiver auch für jüngere Bücherfreunde gestalten konnte. 2019 feierte diese Antiquariatsmesse ein Jubiläum (25 Jahre des Bestehens), bevor pandemiebedingt leider zwei Jahre lang kein realer Messebetrieb mehr möglich war.

Detlef Thursch, Leipziger Antiquariatsmesse 2019

Doch selbst dieser Rückschlag konnte Detlef Thursch nicht entmutigen. Die prekäre Situation bei der sehr kurzfristigen unvermeidbaren Absage 2020 und das kooperative Verhalten seiner AusstellerInnen beschrieb er unter dem Titel „Leipziger Antiquariatsmesse 2020 – ein Stück gelebte Solidarität“ im Juni-Heft 2020 „Aus dem Antiquariat“. Und als 2021 erneut keine reale Messe durchführbar war, erstellte er noch im Mai neben einem umfangreichen virtuellen Ersatzangebot einen gehaltvollen Gemeinschaftskatalog zur abgesagten 27. Leipziger Antiquariatsmesse „als kleinen Ersatz für Ihren Besuch“, wie er in der Vorrede schrieb. Auch BuchkünstlerInnen haben sich daran beteiligt.

Dieter Eckert und Detlef Thursch beim Hamburger Antiquariatstag 2017

Die kleineren ein- oder zweitägigen Antiquariatstage, die Detlef Thursch mit seinen Mitarbeitern veranstaltete, hatten ebenfalls ihren besonderen Charme. Manche fanden nur ein- oder zweimal statt. Am längsten gab es den Hamburger Antiquariatstag (bis 2018). Am 9. Oktober dieses Jahres wollte Detlef Thursch trotz aller Bedenken und Schwierigkeiten einen Neustart dieser Veranstaltung im Museum der Arbeit in Hamburg-Barmbek wagen, zu dem sich auch langjährige Weggefährten wie Dieter Eckert aus Bremen angemeldet hatten. Wie manch anderer Kollege – aus Braunschweig Reinhard Denecke, Antiquariat Rabenschwarz – kannten sich die beiden Antiquare bereits aus Düsseldorfer Zeiten, als Detlef Thursch dort noch ein Ladenantiquariat betrieb und von 1997 bis 2001 eine Messe ausrichtete. Manche sammelten in Düsseldorf ihre ersten Aussteller-Erfahrungen und nahmen immer wieder an seinen Veranstaltungen teil. Später verlegte er seinen Wohn- und Firmensitz (www.abooks.de) nach Lissendorf in der Eifel. Zu den Dienstleistungen gehörte auch ein Infoservice, über den Nachrichten per Mail an zuletzt mehr als 1660 Antiquariate in Deutschland und weitere in Europa und Übersee versandt werden konnten.

Hamburger Antiquariatstag 2021 – wird er stattfinden?

Die Verfasserin dieser Zeilen freute sich – wie viele andere auch – schon sehr auf ein Wiedersehen in Hamburg. Sie ist Detlef Thursch vor etwa 10 Jahren erstmals begegnet und hat ihn als engagierten, humorvollen und sehr zugewandten Menschen kennengelernt, der noch im größten Messetrubel Zeit für ein Gespräch fand. Dabei nahm er lebhaften Anteil an allem, was in der Antiquariatsszene auch abseits seines Wirkungskreises geschah, sogar an unseren Bemühungen, einen Braunschweiger Antiquariatsmarkt zu etablieren. Als keine persönlichen Begegnungen möglich waren, blieb der Gedankenaustausch per Mail mit hilfreichen Anregungen und Ermutigung.

Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und dem kleinen, eingeschworenen Team – allen, die ihm nahestanden und ihm für die bewundernswerte Lebensleistung zugunsten der Antiquariatsszene den Rücken stärkten. Und die nun ohne ihn weiterleben müssen…

Ursula Saile-Haedicke

P.S.: Am 4. Juli 2021 erreichte uns die hoffnungsvolle Nachricht, dass Detlefs Thurschs Söhne Jan Thursch und Paul Kaspar gemeinsam mit Max Koller und Christian Schoppe vorhaben, die Leipziger Antiquariatsmesse 2022 – wie gewohnt im Rahmen der Buchmesse – stattfinden zu lassen (vom 17. bis zum 20. März 2022).

Horst Henneberg und sein Algonkin-Antiquariat – eine Erinnerung

Im Januar 2021 starb nach schwerer Krankheit im Alter von 79 Jahren Horst Henneberg, der drei Jahrzehnte lang (bis 2017) in Braunschweig ein antiquarisches Ladengeschäft mit Versand betrieb.

Horst Henneberg im Algonkin-Antiquariat 2011

Nach seiner Meisterprüfung als Schriftsetzer und Immaturenprüfung (Geschichte) hatte er von 1975 bis 1982 als Sachbuchhersteller und Lektoratsassistent im Westermann Verlag gearbeitet. 1985 gründete er gemeinsam mit Heiner Waßmuß (heute Inhaber des Leseratte Buchladens) das Antiquariat im Hopfengarten, drei Jahre später schied er dort aus und eröffnete das Algonkin-Antiquariat in der Hartgerstraße, wo er sich zunehmend auf Indianerliteratur spezialisierte. Weitere Angebots-Schwerpunkte waren: Brunvicensien, Kinder-, Märchen- und Bilderbücher, Abenteuer-Bücher (Karl May, Friedrich Gerstäcker u.a.), historische Reiseberichte, Orts- und Landeskunde, insbesondere von Nordamerika (Besiedlung, Geschichte), außerdem Indianer-Figuren. 2003 zog das Algonkin-Antiquariat aus dem Östlichen Ringgebiet an einen innenstadtnäheren Standort in die Sonnenstraße.

Algonkin-Antiquariat in der Sonnenstraße

Im Zusammenwirken mit Braunschweiger Weggefährten wie Thomas Ostwald und Wilfried Homann, die sein Interesse teilten, publizierte er in Dietmar Küglers Verlag für Amerikanistik Magazinbeiträge und selbstständige Veröffentlichungen, beispielsweise das Sonderheft „Auf dem Pfad des Bisonhundes“ und – im Jahr 2000 – sein Buch „Die Métis – Die Falken des Nordwestens“ über eine kanadische Ethnie aus Nachkommen indianischer Frauen und europäischer Händler, Trapper und Siedler. Für andere Werke, etwa „Das große Trapperhandbuch“ und „Das große Indianerhandbuch“, fertigte er die Zeichnungen.

Horst Hennebergs Bücher, erschienen im Verlag für Amerikanistik

Alljährlich nahm er mit einem Bücherstand an den Karl May-Festtagen in Radebeul bei Dresden teil und traf sich mit Gleichgesinnten wie seinem Magdeburger Freund Uwe Zwenzner, der ihn auch noch dorthin fuhr und unterstützte, als er das allein nicht mehr schaffen konnte.

Horst Henneberg und Ehepaar Zwenzner beim Braunschweiger Bücherbasar 2013

Mehr als 10 Jahre lang hatte er zu den Standinhabern des Braunschweiger Bücherbasars im Kulturpunkt West gehört und sich – einmal sogar mit einem Beiprogramm – für die Veranstaltung engagiert.

Horst Henneberg beim Braunschweiger Bücherbasar 2005 mit eigenem Beiprogramm

Sein Antiquariat war in den besten Zeiten ein Treffpunkt für Menschen, die sich durch die originelle Atmosphäre und das Spezialgebiet sowie die angeregten, oftmals kontroversen Gespräche angezogen fühlten. Auch die „Schwarzkünstler“, ehemalige Berufskollegen aus seiner Zeit bei Westermann, fanden sich regelmäßig dort bei Kaffee und Kuchen ein.

Leider waren – durch persönliche Schicksalsschläge wie den Verlust nahestehender Menschen und seinen zunehmend schlechteren Gesundheitszustand – Horst Hennebergs letzte Lebensjahre stark überschattet. Seit 2017 war er in einem Pflegeheim untergebracht. Im Algonkin-Antiquariat hatte ihn zuvor und eine Zeitlang danach Jan Raabe vertreten, doch noch im gleichen Jahr wurde das Ladengeschäft geschlossen. So verschwand endgültig ein unverwechselbares Stück Braunschweiger Antiquariatsgeschichte. In unserer Erinnerung wird es fortleben.

Hier ist Horst Henneberg noch zwischen zwei Menschen zu sehen, die mit dem Ende und den Anfängen seiner Antiquariatstätigkeit besonders verbunden waren.

Von links nach rechts: Jan Raabe, Horst Henneberg und Heiner Waßmuß an der Bücherscheune Bevenrode 2011

Antiquarische (und neue) Bücher in Braunschweig kaufen – trotz Krise!

Schwere Zeiten: Im Rahmen der Maßnahmen gegen die Covid-19-Pandemie mussten bis jetzt wie bereits im Frühjahr 2020 auch die Antiquariate und Sortimentsbuchhandlungen in Braunschweig geschlossen bleiben. Die Mehrzahl der Braunschweiger AntiquarInnen ermöglichten aber die Abholung bestellter Bücher und die Lieferung direkt oder per Post und tun dies natürlich auch weiterhin.

Neu: Vom 8. März 2021 an dürfen Buchhandlungen, also auch antiquarische Ladengeschäfte, unter Einhaltung der derzeit geltenden Corona-Regeln wieder Kundinnen und Kunden einlassen. Bitte informieren Sie sich bei den InhaberInnen über aktuelle Ladenbesuchs-, Bestell-, Liefer- und Abholmöglichkeiten (Kontaktinformationen siehe hier).

Eine Liste von inhabergeführten Braunschweiger Firmen, bei denen telefonisch oder online Waren bestellt werden können, findet sich hier auf der Internetseite der Stadt Braunschweig: Bestell- und Lieferservice Einzelhandel. Gleich in der ersten Rubrik Bücher, Schreibwaren und Geschenkartikel informieren inhabergeführte Sortimentsbuchhandlungen und mehrere Antiquariate der Löwenstadt kurz darüber, auf welche Weise sie Beratung und Kauf ermöglichen.

Fast alle Braunschweiger Antiquarinnen und Antiquare halten ihr vielfältiges Angebot weiterhin für Sie bereit. Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme sind unserem aktuellen Faltblatt zu entnehmen, siehe hier im vorletzten Beitrag, wo es bei Bedarf heruntergeladen werden kann. Und auch direkt auf unserer Website finden sich die Kontaktinformationen der einzelnen Geschäfte sowie Angaben zu den aktuellen Besuchs-, Bestell- und Liefermöglichkeiten.

Braunschweiger Laden-Antiquariate

Die meisten Laden-Antiquariate Braunschweigs bieten einen großen oder kleineren Teil ihrer Bücher zusätzlich auf verschiedenen Internet-Plattformen an, so dass dort in Ruhe die Angebote virtuell durchstöbert werden können. Bestellungen sind selbstverständlich auch durch direkte Kontaktaufnahme per Mail oder Telefon möglich, denn auf den Plattformen ist immer nur ein Teil des Verfügbaren eingestellt.

Erinnerung an Josef Kusche

Im März 2020 mussten wir Abschied nehmen von Josef Kusche, der im Alter von 91 Jahren starb. Er stand uns Braunschweiger AntiquarInnen viele Jahre mit seiner buchbinderischen Handwerkskunst hilfreich zur Seite und restaurierte mit alten Materialien und Werkzeugen sorgsam manchen Bücherschatz, gab auch bereitwillig Rat und Anleitung zur Bücherpflege. All dies fehlt uns jetzt sehr. Auch seine Freundlichkeit, sein feiner Humor und seine Verbundenheit mit der schlesischen Heimat sowie die Leidenschaft für den Garten werden uns unvergessen bleiben.

Faltblatt der Braunschweiger Antiquariate 2020

Das erst vor einem Jahr aktualisierte und neu gedruckte Faltblatt war leider bereits nach wenigen Monaten nicht mehr auf dem neuesten Stand: Das Fidus Antiquariat, ein darin verzeichnetes Versandgeschäft, existiert seit Sommer 2019 nicht mehr. Die Inhaberin, Rita Sagasser, musste es aus gesundheitlichen Gründen schließen. Und im Herbst 2019 hat leider auch Klaus-Peter Owetzki, Inhaber des Versandantiquariats Alter Zeughof, den Geschäftsbetrieb eingestellt. Wir wünschen beiden, die so lange zur Vielfalt der Braunschweiger Antiquariatsszene beitrugen, alles Gute für die Zukunft.

Rechtzeitig zum 5. Braunschweiger Antiquariatsmarkt liegt nun die 7. Auflage vor. Lücken im Faltblatt sind nicht entstanden, denn diesmal haben sich als weiteres Ladengeschäft Antiquariat Serge, das auch schon mehr als 10 Jahre in einer urigen Braunschweiger Passage, dem Handelsweg, existiert, sowie das 1986 zunächst als Antiquitätengeschäft mit Laden gegründete und inzwischen als reines Versandgeschäft betriebene Antiquariat Kohlweyer mit besonderem Schwerpunkt Kinderbücher und Papierantiquitäten beteiligt, letzteres gemeinsam mit dem Lehndorfer Versandantiquariat. Es sind also acht antiquarische Ladengeschäfte und drei Versandantiquariate im neuen Faltblatt verzeichnet, alle in Braunschweig beheimatet.

Das neue Faltblatt, wie immer mit Standortplan, wird in Kürze an vielen Stellen (Museen, Bibliotheken, Begegnungsstätten und natürlich in den Geschäften selbst) ausliegen, es kann per Mail an mail@braunschweiger-antiquariate.de kostenfrei bestellt oder hier direkt heruntergeladen werden.

Buchvorstellung Oskar Ansull: „Heimat, schöne Fremde“ im Antiquariat Buch & Kunst am 3. Dezember 2019, 20 Uhr

Noch einmal bietet sich die – selten gewordene – Gelegenheit, in Buch & Kunst, Kasernenstraße 12, 38102 Braunschweig, eine Lesung mit besonderem Bezug zu unserer Region zu erleben: Oskar Ansull liest Vom Braunschweiger Parnass: Lessing & Leisewitz & ein falscher Prinz sowie weitere literarische Seitengänge von Anton Ulrich bis Hans Pleschinski aus seinem Buch: Heimat, schöne Fremde. Celle. Stadt und Land. Eine literarische Sichtung. Näheres zu dieser Neuerscheinung siehe hier. Und zu der schönen und inspirierenden Veranstaltungsstätte, dem kürzlich 35 Jahre alt gewordenen Antiquariat Buch & Kunst, gibt es hier noch Wissenswertes.

Eintritt 5,00 EUR

Der Schriftsteller, Rezitator, Übersetzer und Herausgeber Oskar Ansull betätigt sich immer wieder als literarischer Schatzgräber, beispielsweise im Fall des österreichischen Schriftstellers Karl Emil Franzos, dessen Leben und Werk er in Lesungen und einem Lesebuch „Zweigeist“ mit beigelegter CD vorstellte. Sehr bekannt wurde auch sein Programm „Felices Bücher“, das er in über hundert Lesungen deutschlandweit und im Ausland darbot. Die deutsche Jüdin Felice Schragenheim, deren Schicksal dem Film „Aimee und Jaguar“ als Vorlage diente, hatte vor ihren gescheiterten Ausreiseversuchen eine Liste von Büchern erstellt, die sie hätte mitnehmen wollen. Diese Bücher sammelte Ansull nach und nach in Ausgaben der damaligen Zeit in einem Koffer, den er schließlich der Gedenkstätte Bergen-Belsen übergab. Dazu siehe hier: https://celleheute.de/lesung-felices-buecher/

Nachtrag: Oskar Ansull bei seiner Buchvorstellung am 3. November in Buch & Kunst

16. Hof- und Scheunenfest in Bevenrode (mit Bücherscheune!) am 21. September 2019

Heiner Waßmuß, Inhaber des Braunschweiger Leseratte-Buchladens (Antiquariat und Sortimentsbuchhandlung) sowie Heimatpfleger für Bevenrode, lädt zum sechzehnten Mal zum Hof- und Scheunenfest ein, das von 13 Uhr an dort in der Bechtsbütteler Straße 5 stattfindet. Wie immer wird in angenehmer, geradezu idyllischer Atmosphäre allerhand an kulinarischen und kulturellen Genüssen geboten, auch Ponyreiten für Kinder (15 Uhr), Livemusik (19 Uhr) und am Ende Scheunendisco womöglich bis zum frühen Morgen.

Ein Rat zur Anreise: Der Veranstalter empfiehlt wegen begrenzter Parkmöglichkeiten Fahrrad oder Buslinie 13 (beim Bus darauf achten, dass er nicht nur bis Querum, sondern nach Bevenrode fährt).

Aktuelle Einladung zum Hof- und Scheunenfest 2019

Vor allem sei jedoch sei auf den wichtigsten Programmpunkt für Bücherfreundinnen und -freunde hingewiesen: Von 13 bis 18 Uhr ist endlich wieder einmal die legendäre Bücherscheune geöffnet, deren Bestand durch mehrere Hundert neu hinzugekommene Bücher aufgefrischt und ergänzt wurde. Zu günstigsten Preisen gibt es hier Lesestoff und Bücherschätze zu entdecken und zu erwerben. Da werden Erinnerungen an die unvergessenen Zeiten bis Herbst 2015 wach, in denen zur warmen Jahreszeit jeweils am ersten Samstag des Monats die Bücherscheune gastlich geöffnet war, oft mit Musik oder Lesungen im Beiprogramm, immer auch mit Beköstigung. Zur Erinnerung hier das letzte Plakat zu den Scheunenterminen 2015.

„Antiquarisches“ Plakat der Bücherscheunen-Termine 2015

Wer Ähnliches noch einmal – oder erstmals – erleben möchte, sollte unbedingt am 21. September nach Bevenrode kommen. Das schöne Herbstwetter ist ebenfalls vorbestellt 😉 .

35 Jahre Antiquariat Buch & Kunst

Das auch im Kollegenkreis unbestritten schönste Antiquariat Braunschweigs feiert zur Zeit ein besonderes Jubiläum: Gegründet am 1. September 1984 von Michael Kröger, besteht das ansprechend ausgestattete Ladengeschäft unter seiner Inhaberschaft seit nunmehr 35 Jahren.

Antiquar Michael Kröger in seinem Ladengeschäft Buch & Kunst

„Seit 1984 dreht sich hier alles um Literatur, Kunst, Musik, Reisen, Architektur, Philosophie, Technik, Wissenschaft, Bibliophiles, Raritäten und vieles mehr …“, so heißt es treffend auf der Homepage von Buch & Kunst http://www.buchundkunst-bs.de Kein Buchliebhaber, keine Buchliebhaberin kann sich der besonderen Atmosphäre der reizvoll ausgestatteten, zum Stöbern, Schauen, Lesen und Kaufen einladenden Innenräume entziehen – ein Erlebnis, das noch durch die freundliche und kenntnisreiche Beratung vertieft wird.

Bücher, Bilder, Objekte (darunter zahllose Eulen in allen Größen und Formen) füllen – benutzerfreundlich geordnet – jede Wand, jedes Standregal und jeden Winkel. Deckennah zeugen zudem Plakate von ca. 170(!) Kunstausstellungen, die Michael Kröger in Buch & Kunst jahrzehntelang organisierte. Und das war noch nicht alles: Das schöne Antiquariat bot zahlreichen Lesungen, Filmvorführungen, Konzerten und anderen Kleinkunstabenden eine inspirierende Veranstaltungsstätte, zuletzt 2018, als Hans Pleschinski dort seinen Roman „Wiesenstein“ über Gerhart Hauptmanns letzte Lebensjahre vorstellte.

Michael Kröger und Hans Pleschinski in Buch & Kunst am 14. November 2018. Wir danken Günter Wolters für die Aufnahme und die Erlaubnis, sie hier zu verwenden.

Auch Michael Krögers verlegerisches Engagement sei hier nicht verschwiegen: Sechs schöne und interessante Verlagserzeugnisse, vom bibliophil ausgestatteten Reprint eines Werkes von Oscar Maria Graf bis zu Hartmut El Kurdis Buch „Barfuß auf der Busspur“. Nun wurde vorerst eine schöpferische Pause im anstrengenden Galerie-, Veranstaltungs- und Verlagsbetrieb eingelegt. Doch das mit Herzblut betriebene Antiquariat ist und bleibt das Wichtigste und die Voraussetzung für all die anderen Aktivitäten, und damit es weiterbesteht, können wir nur allen empfehlen: Kommen Sie über die Schwelle, schauen Sie selbst… Die Öffnungszeiten finden Sie hier. Für die nächsten 14 Tage hat Michael Kröger noch eine besondere Aktion angekündigt: 25 % Rabatt auf alle Bücher, und das bei den ohnehin schon sehr fairen und günstigen Preisen, die dort immer gelten.

Faltblatt der Braunschweiger Antiquariate 2019

2016 war das Faltblatt mit Adressen und Lageplan der Braunschweiger Antiquariate zum fünften Mal neu aufgelegt worden. Seither gab es einige Veränderungen in der Antiquariatsszene. Das Algonkin Antiquariat wurde geschlossen und – wie im vorigen Beitrag nachzulesen – wechselt Irmela Biegel gerade Standort und Namen ihres kleinen Ladens. Daher war es nötig geworden, das Faltblatt zu überarbeiten und neu zu drucken, damit es weiterhin eine verlässliche Orientierungshife für einheimische und auswärtige BuchliebhaberInnen bietet. So sieht der Standortplan aus:

Auf der anderen Seite sind die Visitenkarten der beteiligten Geschäfte abgebildet, die Sie auch hier einsehen können.

Seit Februar 2019 liegt das druckfrische Faltblatt im Februar in allen Braunschweiger Antiquariaten sowie in vielen Begegnungsstätten, Museen, Bibliotheken, Buchhandlungen und anderen Institutionen aus. Auf Wunsch wird es auch kostenfrei zugesandt, bitte bei Bedarf eine Nachricht an mail@braunschweiger-antiquariate.de schreiben. Und wenn das zu lange dauert: Das Antiquariatsfaltblatt kann hier auch direkt zum Ausdrucken heruntergeladen werden.